ALLES BEIM ALTEN – es bleibt bei DREI …

Die letzten Wochen verbrachte ich viel Zeit mit konkreten Gedanken an einen vierten Hund für mein Rudel.

Meine Überlegungen waren folgende:

  • Meine beiden „Oldies“ (Frido 11, Amani 9) sind noch fit und würden einem Welpen ein gutes Vorbild sein, ohne dass dieser sie überfordert.
  • Ressourcenmäßig (Zeit, Platz, Kosten) besteht die Möglichkeit ebenfalls.
  • Als Hundeliebhaber reizt mich die Vorstellung, vier Hunde um mich zu haben, mit vier Hunden unterwegs zu sein.

Die Frage nach der Rasse war klar: Ridgeback oder Vizsla. Die Frage nach dem Geschlecht stellt sich bei drei unkastrierten Rüden eigentlich nicht wirklich. Ich wollte den Welpen auf jeden Fall besuchen, es sollte ein eher ruhiger und selbstsicherer Charakter sein (so weit man das bei Welpen feststellen kann und so weit eine Vorhersage auf sein späteres Wesen zulässig ist), weder zu offensiv und aufgeregt, noch zu vorsichtig oder gar ängstlich. Meine Wahl nach längeren Recherchen fiel auf einen Wurf Ridgebacks in Bratislava …

… sowie auf einen Drahthaarvizsla Welpen in Ungarn …

Ich besuchte die kleinen Ridgebacks zweimal, mit 6 und 8 Wochen, und verbrachte drei Tage in Ungarn, um den kleinen UD kennen zu lernen. Der Vizsla ist bereits 4 Monate alt und zeigte beim Zusammenführen mit meinem Rudel genau das Verhalten, welches mir eine gute Voraussetzung für eine harmonische Integration in die Gemeinschaft zu sein scheint. Ich überlegte intensiv, war hin- und hergerissen, schließlich habe ich mit beiden Rassen nur gute Erfahrungen gemacht und liebe Amani und Frido gleichermaßen. Am liebsten hätte ich beide genommen.

Nach meinem zweiten Besuch in Bratislava musste ich mich entscheiden. Auf diesen jungen Mann wäre meine Wahl gefallen:

Oder eben auf diesen:

Genau: „wäre“. Denn auf einem langen Waldspaziergang mit meinen Jungs am späten Nachmittag desselben Tages wurden mir zwei Dinge klar: Erstens, wie angenehm solche Wanderungen sich derzeit darstellen, weil meine „Großen“ so verlässlich sind, weil wir so gut aufeinander eingespielt sind und weil meine Aufmerksamkeit ganz auf die Hunde und die Natur gerichtet ist. Zweitens, dass die Aufnahme eines Welpen unweigerlich dazu führen würde, dass dieser ab sofort im Mittelpunkt steht. Beinahe alles würde sich um seine Erziehung und seine Bedürfnisse drehen. Von den „Alten“ würde ich mir dann einfach erwarten, dass sie funktionieren wie gewohnt, ohne ihnen dabei die gleiche Zuwendung und Aufmerksamkeit schenken zu können. In diesem Moment kam ich mir fast untreu oder wie ein Verräter vor. Bin ich nicht zufrieden mit meinen Dreien? Fehlt mir (von Hundeseite her) etwas, was sie mir nicht bieten können? Nein. Haben sie sich dann nicht verdient, dass sie meine uneingeschränkte Aufmerksamkeit bekommen, gerade jetzt, wo sie Senioren sind? In diesem Moment hatte ich mich entschieden. Ich würde meinen Wunsch nach einem größeren Rudel zurückstellen und mich ganz an der Gesellschaft meiner drei Jungs erfreuen. 

Nach dieser Erkenntnis war ich gleichzeitig beruhigt und erleichtert. Diese Entscheidungsfindung hat mich mehr gestresst, als ich gedacht hatte.

Wie lange das anhält und ob mich zukünftig der Wunsch nach einem vierten Hund nicht mehr überkommen wird? Keine Ahnung. Aber für jetzt bin ich mit dieser Entscheidung mit mir im Reinen. Und ich glaube, meine drei Hunde auch 

 

 



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