Die ersten Wochen mit ECCO, dem Chart Polski

Drei Wochen lebt Ecco, der junge polnische Windhund, nun als viertes Rudelmitglied bei mir bzw. uns. Schön, spannend, nervig, lustig, aufregend, bereichernd, fordernd, herzerwärmend … seine Anwesenheit bewirkt bei uns allen so Einiges 

Da kommt so ein drei Monate altes Wesen zu dir, ohne Vorbehalte, Skepsis oder dergleichen, ist von Anfang an voller Vertrauen, dass du dich um ihn kümmern, ihn versorgen, ihn beschützen wirst, legt sich ohne Scheu auf deinen Schoß oder kuschelt sich zutraulich neben dich … Wahnsinn eigentlich … da entstehen direkt „mütterliche“ Gefühle, man fühlt sich bedingungslos angenommen, gebraucht und enorm wichtig, und gleichzeitig wird einem die Verantwortung bewusst, die man für dieses kleine Lebewesen trägt. Sehr bewegend.

Ich habe das Gefühl, dass er sich sehr gut in unseren Alltag integriert hat, was für ihn ja eine unglaubliche Challenge darstellt, angesichts der vielen neuen Konzepte, mit denen er täglich konfrontiert wird. Im Detail sieht das dann in etwa so aus:

  • Das Treppensteigen: Es hat zwei Wochen gedauert, bis auch das Hinunterlaufen über eine gewundene Treppe für ihn kein Hindernis mehr darstellte. Das Bewegen auf Treppen hat er als Konzept gelernt.
  • Das An-der-Leine-Gehen: Auch hier fürchtet er sich mittlerweile nicht mehr vor Autos, nicht mal mehr vor LKWs oder Motorrädern, die an uns vorbeifahren. Er sieht zwar immer noch etwas sekptisch hin, kann das aber im Gehen erledigen, wo er die ersten eineinhalb Wochen immer stehenbleiben musste, um sich diese Lärmerreger genau anzusehen. Er hat erkannt, dass sie keine unmittelbare Gefahr für ihn bedeuten.
  • Der Freilauf: Beim Spazierengehen im Wald leine ich ihn ab, er läuft frei, so wie auch Amani und Frido, lediglich Paul, mein Jagdkommando, bleibt an der Leine. Erstaunlich ist hier, wie selbstbewusst und furchtlos Ecco sich in der Natur bewegt. Menschen, denen wir begegnen, sieht er sich erst mal an. Reagieren sie nicht auf ihn, geht er einfach weiter, reagieren sie freundlich oder begeistert („Jessas, ist der aber süüß“), lässt er sich auch gerne streicheln. Jogger und Radfahrer betrachtet er ebenfalls interessiert, ohne auf sie zuzulaufen oder sie gar zu verfolgen. Hundebegegnungen waren noch nie schwierig mit ihm. Interessant ist, dass er immer wieder hinten bleibt, wenn ihn etwas fasziniert, auch wenn wir anderen schon 20 bis 30 Meter weg sind, und dann galoppierend nachkommt und sich bei uns spektakulär einbremst. Aber er läuft nie voraus, sondern immer bei uns oder dahinter.

  • Die Stubenreinheit: Tja, was soll ich sagen? Tage, an denen ich stolz auf ihn bin, weil er indoor völlig „sauber“ ist, wechseln mit Tagen, an denen er ansatzlos und für mich total unerwartet in die Wohnung pinkelt  (bis jetzt wenigstens nur ein einziges Mal auf einen Teppich, sonst immer auf Parkett ). Ich schmettere dann ein „NO“ ins Zimmer, hebe ihn hoch und trage ihn in den Garten, wo er dann das restliche Wasser lässt. Aber ich habe bislang nicht das Gefühl, dass ihm das Konzept „wenn ich muss, dann geh ich nach Draußen“ in irgendeiner Weise klar wäre. Paul und Frido haben mit 4 Monaten gewinselt, wenn sie mussten, Ecco ist das noch nicht so verständlich. Also bin ich immer wieder „am Sprung“ … oder am Putzen 
  • Das Pinkeln: Vielleicht kennt das wer von euch, ich habe das noch von keinem meiner Hunde erlebt: Ecco hebt ja noch kein Bein, pinkelt also auf allen Vieren und trifft dabei fast immer konsequent und zielgenau einen seiner Vorderläufe. Danach kommt er erfreut angelaufen, springt auf meinen Schoß und kann sich meine Abneigung gegen den Uringeruch auf seinen Beinen, die dazu führt, dass er wieder auf den Boden gesetzt wird, nicht erklären. Ich helfe mir einstweilen mit einem Geruchsspray, den ich auf die Rückseite seiner Vorderläufe sprühe, vor allem abends, wenn er dann in meiner Nähe liegt …
  • Die Kommandos: Ich bin ja jetzt nicht so der „Abrichter“, aber gewisse Handzeichen bzw. Rufzeichen sollten verlässliche Wirkungen zeigen. Das „Hier“ funktioniert nicht immer, aber immer öfter , das „Bleib“ – vor allem in der Gruppe – schon ganz gut, das „No“ als Abbruchsignal ebenfalls. Ecco hat die Tendenz, konsequent nachzufragen, ob das jetzt wirklich so gemeint ist, soll heißen, ich würde ihm einen recht starken Willen attestieren, seine Vorstellungen durch- bzw. umzusetzen. Bin gespannt, wie sich das weiterentwickelt …
  • Das Liegen: Ja, Ecco schläft im Bett, Kontaktliegen ist ihm sehr wichtig, er kuschelt sich entweder an mich oder an Frido oder an Paul, nur Amani beharrt auf seiner Individualdistanz – und da fragt Ecco auch nicht nach …

Fazit: Ecco hat derzeit eine Schulterhöhe von 55cm und ein Gewicht von 14,2kg, entwickelt sich für mein Empfinden prächtig und ich bin zuversichtlich, dass wir mit ihm eine Verstärkung des Rudels in vielerlei Hinsicht gewonnen haben.

Nächste Woche geht es nach Italien, eine lange Autoreise, wieder eine völlig neue Umgebung für einige Zeit, die Herausforderungen für Ecco reißen nicht ab 

 



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