Update zu Ecco: 6 Monate alter Chart Polski

Ecco ist inzwischen drei Monate Teil unseres Rudels. Und das ist nicht nur eine Phrase, sondern Realität. Er hat sich so gut eingepasst (nicht angepasst), dass er von allen anderen ganz selbstverständlich als Teil des Rudels akzeptiert wird. Das freut mich ganz toll, und ich bin mir dessen bewusst, dass es im Rahmen seiner Entwicklung und hormonellen Reifung durchaus noch zum einen oder anderen Reibungspunkt oder Konflikt kommen kann.  Im Moment sieht es aber überhaupt nicht danach aus.

Paul und Ecco spielen täglich minutenlang, es ist eine wahre Freude, ihnen dabei zuzusehen, wie intensiv und zugleich vorsichtig sie dieses Spiel gestalten. Ecco misst 66cm Schulterhöhe und ist damit 15cm größer als Paul, allerdings mit 20kg nur 3kg schwerer.

Damit wäre ich beim nächsten relevanten Thema: Gewicht und Figur. Klar, dass Menschen, die wenig Hunde- bzw. gar keine Windhunderfahrung haben, immer wieder Sprüche hören lassen, wie „Bekommt der nix zum Fressen?“ „Dem könntest du aber auch mehr Futter geben.“, etc. Dabei frisst Ecco mehr als Amani, und das will was heißen 

Hier sieht man gut, wie mager Ecco aussieht. Seine langen Beine und die für 6 Monate, denke ich, respektable Höhe verleihen ihm noch mehr das Bild eines „Strichs in der Landschaft“. Ich will ihm eigentlich nicht mehr Futter geben, obwohl er sicher mehr fressen würde, aber ich bezweifle, ob das gut für ihn wäre (für den Magen, die Verdauung, das Wachstum). Da er kerngesund ist und immer fröhlich und voller Energie, fühle ich mich in meiner Einschätzung bestätigt. Sollte jemand diesbezüglich über Erfahrung verfügen und anderer Meinung sein, bin ich dankbar, wenn sie oder er mich daran teilhaben lässt 

Natürlich kann man einen Windhund von der Figur her nicht mit einem Ridgeback oder Vizsla vergleichen, aber auch Paul, der Whippet, war nie so dünn wie Ecco. Ich war gestern auf der Eurodog in Tulln und habe dort zwar keinen Chart Polski gesehen, aber einige Magyar Agar (ungarische Windhunde), die bis zu 70cm Schulterhöhe hatten. Neben diesen sah Ecco wirklich etwas zerbrechlich aus. Naja, ich bin gespannt, wie er sich weiterentwickelt.

Ansonsten gibt es fast nur angenehme und positive Berichte:

  • Ecco war mit viereinhalb Monaten stubenrein.
  • Er ist von Anfang an problemlos mit dem Auto gefahren, auf der Fahrt in die Toskana hat er bei der Hinfahrt (8h15min) praktisch durchgeschlafen (wie die anderen drei auch).
  • Trotz seines Temperaments geht er brav an der Leine.
  • Man kann ihn ohne Schwierigkeiten in ein Lokal mitnehmen, wo er sich während des Essens/Trinkens von selbst hinlegt und geduldig wartet.
  • Er hatte bis heute noch mit keinem anderen Hund einen Konflikt.

Seinen Platz im Bett hat er sich mit Charme und Hartnäckigkeit gesichert  Es ist zwar jetzt etwas enger, aber wie gesagt, er ist ja sehr dünn, …

Die  Dinge, an denen wir noch arbeiten, sind:

  • Wenn er andere Hunde sieht, will er unbedingt hin. Ok, das ist ganz normal, und solange er nur 20kg wiegt, auch an der Leine kein Problem. Dennoch muss er lernen, dass es an der Leine nur ein entspanntes Vorbeigehen gibt. So wie es die anderen drei bereits kennen. Denn zu viert wiegen meine Hunde ca. 110 kg. Auf diese Art von Krafttraining kann ich verzichten. Diesbezüglich haben wir auch schon gute Fortschritte gemacht.
  • Auch im Freilauf sollte Ecco nur zu anderen freilaufenden Hunden hinlaufen, wenn ich es erlaube. Das funktioniert leider noch nicht. Er stutzt immerhin für ein paar Sekunden, wenn ich ein „Bleib“ hören lasse, aber dann sieht man richtig, wie es in ihm zu beben beginnt, bis es ihn einfach zum anderen Hund „hinreißt“. Dabei stürmt bzw. „galoppiert“ er auf den anderen zu und weicht erst im letzten Moment aus, oft auf allen vieren noch weiterrutschend (wären die Pfoten aus Gummi, würde es jedes Mal quietschen). Hier zähle ich auf sein Reifen und meine Konsequenz, dass das im Laufe der nächsten drei Monate immer verlässlicher klappt.
  • Lasse ich die Hunde alleine, was sich hin und wieder nicht vermeiden lässt, erwacht in Ecco ein großer Forscherdrang und er angelt sich Dinge, von denen ich nicht geglaubt hätte, dass er sie erreicht (da ich vorausschauend alles vermeintlich Erreichbare verräumt habe), und untersucht sie so gründlich, dass sie manchmal danach nicht mehr ihrem Zweck entsprechend verwendbar sind. *Seufz* Ich habe den Eindruck, dass sich dieses Verhalten bereits abgeschwächt hat, bin mir aber nicht sicher, ob ich nur versuche, es mir schön zu reden …

Damit kann ich diese Liste auch schon beenden.

Im Freilauf (wie berichtet, laufen im Gelände jeweils nur zwei der vier Hunde frei, die anderen an der Leine) bleibt er brav am Weg bzw. in der Nähe des Rudels (außer wir begegnen anderen freilaufenden Hunden …), das heißt, dass sein Jagdtrieb noch nicht wirklich erwacht ist. Ich bin jedenfalls sehr wachsam, um einer Entwicklung wie bei Paul von Anfang an vorzubeugen bzw. zu begegnen. Natürlich ist sein Bewegungssehen extrem gut ausgeprägt, daher wird es früher oder später auch zum Drang kommen, dem, was sich da bewegt, nachzuhetzen. Also stärken wir bis dahin den Appell und zählen auf den positiven Einfluss des Rudels.

Das Halsband auf dem Foto ist übrigens neu, ich habe es gestern in Tulln auf der Hundeausstellung bei HS-Design von Frau Sabine Hartl angepasst und gekauft (http://www.hs-design.at/).

Hier noch eine kurze Aufnahme davon, wie Ecco es schafft, den ansonsten viel zu bequemen Amani dazu anzuspornen, einmal mit den Windhunden mitzuspielen, und im Anschluss daran auch nicht vor der rustikalen Spielart eines Ridgeback kneift 

Zusammenfassend kann ich sagen, dass ich Ecco total ins Herz geschlossen habe, die Art, wie er seine Wünsche und Ideen kommuniziert, deutlich, hartnäckig und selbstbewusst, ohne dabei aufdringlich oder nervig zu sein. Wie er mit den Hunden im Rudel, aber auch mit anderen Hunden umgeht, nicht unbedingt sanft, aber doch sensibel dafür, wie weit er gehen kann und darf, ist sehr beeindruckend. Mir gefällt auch, wie er sich seine Streicheleinheiten holt, das Kontaktliegen auf der Couch oder im Bett, ebenfalls deutlich, aber unaufdringlich. Das dürfte auch mit ein Grund sein, weshalb es mit den anderen Rüden so gut funktioniert. Ecco kuschelt gerne und dicht mit Paul und Frido, respektiert aber gleichzeitig die Individualdistanz, die Amani einfordert. Er fragt gerne und immer wieder nach, wenn er etwas möchte, akzeptiert dann aber die Grenzen, wenn sie ihm deutlich kommuniziert werden. Was soll ich sagen? Ich würde ihn wieder nehmen. Mit offenen Armen ♥

 

 

 



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