Bergtour auf die Innsbrucker Nordkette

Unlängst nutzten wir das sich ankündigende Schönwetter, um auf der Nordkette über Innsbruck, der Landeshauptstadt von Tirol, eine Bergwanderung zu unternehmen.

Um 07:20 ging es los aus der Stadt, es hatte in der Nacht geregnet und abgekühlt, die Berge waren oberhalb von ca. 1000 Meter noch in Wolken gehüllt. Bis zur ersten Station, dem Höttinger Bild, waren alle drei an der Leine, ab dort ließ ich Frido und Ecco frei laufen, was mir auf dem Forstweg zur nächsten Station, dem Alpengasthof Rauschbrunnen, prompt die süffisante Frage eines im SUV entgegenkommenden Mannes (Jäger, Förster, Hüttenwirt – ich weiß es nicht) einbrachte: „Haben wir nicht mehr genug Leinen gehabt?“ – Ich lachte freundlich, meinte, dass die beiden brav bei mir am Weg laufen würden und setzte unseren Marsch fort, ohne mich auf eine Diskussion einzulassen.

Am Rauschbrunnen

Am Rauschbrunnen waren wir die ersten potentiellen Gäste, kehrten dort aber nicht zu, sondern bogen gleich auf den Steig Richtung Aspachhütte ab. Der erwies sich als sehr steil und teilweise sehr schmal, und ich lernte, dass es auf solchen Steigen sehr gefährlich sein kann, Ecco an der Leine zu führen, als er beim Anblick einer Amsel im Unterholz plötzlich einen Sprung in deren Richtung machte und mich fast vom Weg den steilen Abhang hinunterriss. Von da ließ ich ihn nun permanent abgeleint. Frido ging – im Gegensatz zu noch bis vor einem Jahr, wo er immer die Vorhut oder den Späher verkörperte – als letzter, sehr konzentriert auf die Wege angesichts seiner Schwierigkeiten, die geschwächten Hinterbeine zu koordinieren. Er machte aber nie den Eindruck, dass es ihm zu viel wäre oder zu anstrengend.

Nach über einer Stunde ohne Menschenbegegnungen erreichten wir schließlich die Aspachhütte, malerisch auf einer Lichtung gelegen.

Die Aspachhütte

Da sie weder bewirtschaftet ist, noch über einen Brunnen verfügt, setzten wir den Weg gleich wieder fort in Richtung einer Jagdhütte, die wir nach einer weiteren halben Stunde erreichten. Dort gab es eine gut gefüllte Regentonne, an der die Hunde ihren Durst stillen konnten, und außerdem einen schönen Blick auf Innsbruck.

Nach einer kurzen Rast in der Sonne ging es über das sogenannte Schneekar in Richtung Brandjochboden. Mitten auf der steilen Querung des Schneekars, wo ich mich kurz besinnen musste, ob ich wirklich schwindelfrei bin, da es dort ziemlich frei und ausgesetzt dahinging, fiel innerhalb weniger Sekunden totaler Nebel ein und ein Hauch von Abenteuer streifte diese Tour 

Doch bald lichtete sich der Nebel wieder und wir hatten einen schönen Blick auf die nahen Gipfel des Brandjochs und des Solsteins. 

Rechts Brandjoch, links Solstein

Jetzt galt es, am steilen Hang ein dichtes Latschenfeld zu queren, das zeitweise den Eindruck erweckte, dass es sich gegen Wanderer versperren wollte, so dicht überwucherten starke Zweige den schmalen Pfad. Schließlich gelangten wir auf den Brandjochboden und hatten von dort freien Blick auf die Stadt und auf unser nächstes Ziel, die Achselbodenhütte. Kurz überlegte ich noch einen Abstecher aufs Brandjochkreuz, wollte dann aber Frido nicht überfordern.

Blick vom Brandjochboden auf die Achselbodenhütte, dahinter die Stadt Innsbruck

Ab hier ließ ich auch Paul von der Leine, was dieser gleich mit einem Ausflug ins Gelände quittierte, hier durfte er sich mal austoben, denn außer Gämsen oder Murmeltieren würde er nicht viel finden. Ecco schloss sich ihm beim ersten Mal an, entschied sich aber dann dafür, lieber bei Frido und mir zu bleiben. Und auch Paul hatte nach dem zweiten Erkundungslauf genug und so liefen fortan alle drei ohne Leine bei mir.

Über der Achselbodenhütte, im Hintergrund Frau Hitt

Die kleine Kuhherde auf der Achselbodenhütte machte mir zuerst Sorgen – ich leinte die drei wieder an – aber die Kühe lagen sehr entspannt bis lethargisch in der Sonne und nahmen von uns, die wir möglichst klein und gesittet vorbeischlichen, überhaupt keine Notiz. Also ging es munter weiter Richtung Höttinger Alm, die ich aber gar nicht erreichen wollte, da wir schon zuvor in ein steiles Kar abbogen, das parallel zum Höttinger Graben talwärts führte.

Steil hinab durch diese Karrinne

Das war wieder recht fordernd, vor allem für Frido und für mich, die beiden Windhunde machten eher den Eindruck, als würden sie schwerelos hinuntergleiten . Hier in der unberührten Natur passierten wir immer wieder typische blühende Alpenpflanzen, wie Enzian und Almrosen.

Die Stadt rückte nur langsam näher, es war mittlerweile Mittagszeit und schon ziemlich heiß.

Nach viereinhalb Stunden immer noch so weit vom Ziel entfernt

Endlich erreichten wir den Forstweg Richtung Höttinger Bild, die Hunde kamen wieder an die Leine, denn es herrschte hier reger Verkehr durch Mountainbiker, oder besser gesagt, E-Biker. Am Höttinger Bild gab es zu unser aller, aber besonders zu Fridos Enttäuschung leider keinen funktionierenden Brunnen. Der Durst war inzwischen bei uns allen riesengroß und ich hatte im Vertrauen auf Brunnen auf den Hütten bzw. auf kleine Quellen und Bachläufe selbst nichts zum Trinken mit, auch, um mir einen Rucksack zu ersparen (wieder dazugelernt …). Und so waren wir extrem erfreut, als wir endlich beim Lauf des Höttinger Bachs ankamen und uns an dem kalten Gebirgswasser erfrischen konnten. Die Hunde nutzten das gleichzeitig für ein ausgiebiges Bad.

Nach insgesamt fünfeinhalb Stunden Gehzeit kamen wir redlich müde wieder am Ausgangsort an und gönnten uns ein verspätetes Frühstück, das uns unglaublich mundete, bevor wir uns für die nächsten zwei Stunden ins Bett abmeldeten 

 



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